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POSTKARTEN BUCHTIPP: Slapstick zwischen Buchdeckel
Géraldine, von allen «Gunni» genannt, schlittert durch die Absurditäten ihres Alltags. Einen Alltag, wie ihn viele junge Zürcherinnen kennen: Job, Clubs, Existenzfragen, Bekanntschaften, Ängste, Dichtestress. Doch Lara Stoll überdreht als preisgekrönte Slampoetin bewusst die Erzählfeder, sodass sich die Geschichte beim Loslassen explosionsartig entrollt. Die Faszination von «Gunni» liegt in Lara Stolls pointierter Sprache, die den Plot temporeich und voller Humor auf und über die Spitze treibt.
Ursprünglich geplant und geschrieben als sechsteilige Mini-Serie fürs Fernsehen erhält Stolls prägnante Sprache zwischen den Buchdeckeln den verdienten Raum. Drehbuchartig, zwischen präzisen Regieanweisungen und komödiantischen Dialekt-Dialogen, beobachtet die Autorin, wie ihre Generation durchs Leben mäandert, verstrickt zwischen eigenen und fremden Ansprüchen. Der Untertitel «Scheitern in 6 Teilen» lässt keinen Zweifel über das geschilderte Lebensgefühl in der unverfilmten «Dramödie» aufkommen. Ausdrucksstarke Illustrationen von Mahtola Wittmer begleiten die Geschichte. Dennoch, zwischen Absurdität und Ernst keimt am Ende der Geschichte in Gunni Vertrauen auf, dass es auch für sie einen Platz gibt.
Ein eigenwilliges Buch, lebensnah überdreht und am Puls der Zeit.
Lara Stoll: Gunni – Scheitern in 6 Teilen. Mit Bildern von Mahtola Wittmer. Echtzeit Verlag, 2026. 256 S., etwa Fr. 30.-


© Verlag die Brotsuppe